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NLP im Smalltalk PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ralf Stumpf   
Mittwoch, den 16. Dezember 2009 um 18:08 Uhr
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NLP in einem Satz: Die schnellsten NLP-Interventionen!

NLP ist eine Schatzkammer voll komplexer und hochwirksamer Interventionstechniken. Deswegen sind die meisten NLP-Anwender absolut erstaunt, wenn sie erleben, dass man alle NLP-Techniken auch ganz nebenbei in einem normalen Gespräch einsetzen kann: Wenn man die Muster beherrscht, kann man jedes Format sogar in einem Satz durchführen.

Die Überraschung wird noch größer, wenn man dann erkennt, dass sich in vielen alltäglichen Sätzen vollständige NLP-Formate verbergen – allerdings meistens zum Nachteil der Beteiligten ...

Neulich auf dem Spielplatz: Ein kleines Mädchen will auf einem Mäuerchen entlanggehen und die Mutter sagt sofort »Vorsicht, du fällst herunter!« – »Nein, tue ich nicht« sagt das Mädchen, klettert auf das Mäuerchen und balanciert entlang. Am Ende springt sie stolz herunter und verkündet »Siehst du, ich bin nicht heruntergefallen!« – »Aber beinahe wärst du!« sagt die Mutter und macht damit ein Change History in einem Satz – allerdings gänzlich unbewusst und noch dazu im Negativen. Wahrscheinlich ist die Geschichte dann so weitergegangen, dass abends der Vater nachhause kommt und die Mutter ihm gleich erzählt: »Beinahe wäre unser Kind heute von der Mauer gestürzt!« – »Oh Gott, wie schlimm, was da alles hätte passieren können!«

Mit dem NLP-Format »Change History« verändert man die persönliche Geschichte. In einer NLP-Therapiesitzung geht es dabei meistens um die frühe Kindheit, doch das Format funktioniert genauso gut mit Ereignissen, die Stunden, Tage oder Monate zurückliegen. Der NLP-Profi wird das Format so einsetzen, dass aus einer unangenehmen Erinnerung eine angenehme wird. Die Mutter in unserem Beispiel hat das Gegenteil gemacht: Wenn ihre Intervention funktioniert hat, dann wird ihre Tochter künftig mit diesem eigentlich ressourcevollen Erlebnis (dem Balancieren auf dem Mäuerchen) negative Emotionen verbinden (die Angst vor dem Sturz).

Lernt man »Change History« in der NLP-Ausbildung, dann hat das Format fünf Schritte:
(1) man identifiziert das ändernswerte Erlebnis,
(2) findet dann die Ressourcen, die einem in dem Augenblick gut getan hätten und aktiviert diese Ressourcen,
(3) geht damit (in der Vorstellung) noch einmal kurz vor das Ereignis und dann (mit den Ressourcen!) noch einmal hindurch ...
(4) ... bis in die Gegenwart, wo man dann das angenehme Gefühl und die veränderte Erinnerung genießt und
(5) schaut voller Vorfreude in die Zukunft, wo man mit solchen Ereignissen künftig ganz anders umgehen wird.

Kurz gesagt: »Change History« ist die NLP-Übersetzung der Idee, dass man aus unangenehmen Erlebnissen etwas lernen kann, anstatt sie wiederholen zu müssen. Aus Erfahrungen zu lernen bedeutet hier, dass man sich klarmacht, was einem gut getan hätte und in Zukunft dafür sorgt, dass man genau davon reichlich hat.

Es bringt nichts, unangenehme Ereignisse noch einmal zu erleben – auch wenn dies in der »Alltagspsychologie« oft behauptet wird (»Du musst da noch mal durch!«). Was hingegen sehr viel bringt, ist es, unangenehme Ereignisse noch einmal anders zu erleben und daraus zu lernen.

Im Dezember 2009 hatten wir eingeladen zum Seminar »NLP im Smalltalk«. In diesem Seminar war eine Teilnehmerin völlig verblüfft und überaus stolz, als ihr plötzlich bewusst wurde, dass sie soeben ein komplettes Change History im Smalltalk durchgeführt hatte. Erleben Sie es selbst, als wenn sie dabei gewesen wären ...


Change History im Smalltalk

Die »Klientin« berichtete, dass sie vor drei Wochen im Tanzkurs von ihrem Tanzpartner kritisiert worden wäre und ihr das bis heute nachging. Ihr kamen noch immer die Tränen, wenn sie nur daran dachte.

(Anmerkung zum Format: das unangenehme Ereignis in der Vergangenheit steht damit fest. Jetzt findet die NLP-Fachfrau die benötigten Ressourcen.)


»Was hättest du dir denn in der Situation gewünscht?« – »Dass er mich nicht kritisiert!« – »Sondern?« – »Dass er mich lobt!«

(Anmerkung: Wenn man es jetzt liest, dann klingt es ganz einfach und selbstverständlich. Aber leider ist es im Alltag höchst selten, dass uns jemand nach Ressourcen fragt, wenn wir von einem unangenehmen Erlebnis berichten. – Statt einer Ressource nennt die Klientin eine Negation und sagt, was Sie sich
nicht wünscht. Das Wörtchen »sondern« ist darauf die adäquate Antwort. Doch noch immer liegt die Quelle der Ressourcen außerhalb der Klientin, nicht in ihr. Glücklicherweise weiß die NLP-Fachfrau Rat ...)

»Und wie fühlst du dich, wenn er dich gelobt hätte?« – »Geliebt, angenommen ...!«

(Anmerkung: Jetzt hat die Ressource eine innere Quelle! Die seltsame Zeitform in der Frage gibt vollkommenen Sinn, wenn man sich in der gleichen Trance befindet, wie die Klientin im Dialog. Es ist erstaunlich: Wenn die Klientin sich nur vorstellt, er hätte sie gelobt, erlebt sie tatsächlich ein gutes Gefühl! Wenn das Verhalten der anderen Person die einzige Quelle für dieses Gefühl ist, dann hat die Klientin ein Problem. Sobald die Klientin lernt, dieses Gefühl in sich selbst zu aktivieren, also sich selbst zu geben, ist sie frei. Dass sie es grundsätzlich kann, hat sie soeben bewiesen ...)

»Das heißt, dass du vor drei Wochen gelernt hast, wie wichtig es für dich ist, dich selbst anzunehmen und zu lieben, gerade wenn Dich einer kritisiert!«

(Anmerkung: Das war's schon! Mit diesem Satz kann man das Change History beenden und die Klientin hat etwas wirklich wichtiges gelernt –
bewusst gelernt! Doch im Seminar hat die NLPlerin mit zwei weiteren Sätzen den Effekt noch deutlich verstärkt ...)

»Wie wäre es denn für dich gewesen, wenn Du vor drei Wochen zu dir gestanden, dich angenommen und selbst geliebt hättest – genau in dem Augenblick, wo er dich kritisiert hat?« – (Die Klientin bekommt feuchte Augen und einen sehr weichen, nach innen gewendeten Blick ...) »Das hätte mir dann nichts ausgemacht ... ich glaube, ich hätte dann einfach hören können, was er mir über meine Tanzschritte sagen wollte.« – »Das heißt, du kannst dir gut vorstellen, wie du das nächste Mal, wenn dich einer kritisiert, innerlich ganz liebevoll zu dir stehst und gleichzeitig hören kannst, was der andere eigentlich mitteilen will ...?« – »Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Irgendwie komisch: Ich freue mich fast schon darauf ...«

(Anmerkung: Damit das dann alles so flüssig funktioniert, nutzt man Gestik, Körperhaltung, Stimmklang und Timing - alles Techniken, die sich hier sehr schwer be-
schreiben lassen ...)


Hier noch einmal der gesamte Dialog zum genießen:

»Was hättest du dir denn in der Situation gewünscht?« – »Dass er mich nicht kritisiert!« – »Sondern?« – »Dass er mich lobt!« - »Und wie fühlst du dich, wenn er dich gelobt hätte?« – »Geliebt, angenommen ...!« - »Das heißt, dass du vor drei Wochen gelernt hast, wie wichtig es für dich ist, dich selbst anzunehmen und zu lieben, gerade wenn Dich einer kritisiert! ... Wie wäre es denn für dich gewesen, wenn Du vor drei Wochen zu dir gestanden, dich angenommen und selbst geliebt hättest – genau in dem Augenblick, wo er dich kritisiert hat?« – »Das hätte mir dann nichts ausgemacht ... ich glaube, ich hätte dann einfach hören können, was er mir über meine Tanzschritte sagen wollte.« – »Das heißt, du kannst dir gut vorstellen, wie du das nächste Mal, wenn dich einer kritisiert, innerlich ganz liebevoll zu dir stehst und gleichzeitig hören kannst, was der andere eigentlich mitteilen will ...?« – »Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Irgendwie komisch: Ich freue mich fast schon darauf ...«


In unseren NLP-Ausbildungen legen wir größten Wert darauf, dass die Teilnehmer die Essenz der NLP-Techniken so klar und bewusst verstehen, dass sie jede Technik mit minimalen Aufwand für sich (im inneren Dialog) und mit anderen (in jedem Gespräch) nutzen können. Die Grundprinzipien der NLP-Interventionen sind hochwirksam und finden sich in vielen alltäglichen Dialogen. Leider sind sie da meistens für eine Verschlechterung unseres Zustands die Ursache! Der beste Weg, aus dieser Selbst- und Fremdhypnose zu erwachen ist, sich dieser Muster wirklich bewusst zu werden. Sobald Sie diese Interventionen beherrschen, haben Sie nicht nur einen wirksamen Gegenzauber, sondern können auch bei sich und anderen für ein besseres Leben sorgen.

Die nächste NLP-Ausbildung beginnt am 26. Januar 2010. Wir freuen uns auf Sie!
 

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