| Was Storycode bringt - Selbstmarketing 2: Die Heldin wirkt Wunder! |
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| Geschrieben von: Ralf Stumpf |
| Donnerstag, den 02. Juli 2009 um 18:47 Uhr |
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Selbstmarketing 2: Die Heldin wirkt Wunder! Der Makel der Heldin kann regelrecht abstoßend sein. Diese negative Eigenschaft verhindert die Überidentifikation der Kunden. Angesichts des Makels sagen diese: ich bin ganz anders, so will ich nicht sein. Wenn Menschen sich als Held beschreiben, dann schrecken sie meistens davor zurück, beim Makel etwas wirklich Schlimmes zu sagen. Bedenken Sie deshalb Folgendes: Wenn Ihnen hier nichts einfällt, dann fällt ihren Kunden bestimmt etwas ein! Niemand wird Sie nur positiv sehen. Irgend etwas Unattraktives findet man auch bei ihnen. Da ist es doch besser, Sie entscheiden, welches der Makel ist! Hüten Sie sich davor, Ihren Kunden eine eigentlich positive Eigenschaft als Makel zu verkaufen. Das ist leicht zu durchschauen. (Fast jeder sagt im Bewerbungsgespräch, wenn er nach seinen Schwächen gefragt wird, er wäre ein wenig zu ehrgeizig.) Nennen Sie also etwas wirklich Unattraktives, aber erzählen Sie es so, dass es Ihnen Respekt verschafft und man vielleicht sogar ein bisschen Angst vor Ihnen bekommt. Bei unserer Heldin war es so, dass sie im Kindergottesdienst war, als ihr Vater starb. Dies war das letzte Mal in ihrem Leben, dass sie in der Kirche war. Sie wendete sich ab, von einem Augenblick zum anderen, schlug die Türe hinter sich zu und war nicht mehr gesprächsbereit. Diese Charaktereigenschaft zeigte sie auch später noch ein paarmal. Man weiß von ihr (jetzt sind wir mitten im Storytelling …), dass sie manchmal so reagiert. Deswegen lohnt es sich, sie respektvoll zu behandeln, denn wenn sie eine Beziehung beendet, dann ist es für immer. (Das ist doch wirklich eine schlechte Eigenschaft!) In ihrer Jugend bewirkt die Heldin ihre ersten Wunder. In diesem Fall sind es die Wunder, die durch gute Fragen geschehen. Es gab einige Momente, wo unsere Kundin anderen Menschen einfache (philosophische) Fragen stellte, wodurch sich deren Leben entscheidend verbesserte. Wunderbar! Irgendwann in dieser Zeit bekam sie von anderen auch den Beinamen »Sokrates« verliehen. (Zumindestens erzählen wir so die Geschichte ...) Wenn man so im Gespräch die Begebenheiten findet, die dem Helden-Muster entsprechen, ist man erstaunt, wie offensichtlich die Geschichten sind. Wie konnte man diese wichtigen Episoden übersehen? - Ganz einfach: Wenn man nicht mit dem entsprechenden Geschichten-Filter nach solchen Momenten sucht, dann fällt einem gar nicht auf, wie bedeutsam und tief diese Stellen in der Biografie sind. Die Stelle, als unsere Heldin wirklich in die Öffentlichkeit trat, war eine solche Stelle: zu der Zeit studierte sie Maschinenbau und sie war wirklich ganz anders, als die anderen. Sie interessierte sich für Philosophie und verwendete diese ganz praktisch für den Alltag. Von den meisten Kommilitonen wurde sie seltsam angesehen und als Freak betrachtet. Doch es gab einige, die sie sehr als Gesprächspartnerin schätzten und immer wieder zu ihr kamen, weil sie wussten, dass diese Frau wirklich gute Fragen stellt. Irgendwann in dieser Zeit bietet die Heldin zum ersten Mal ganz offiziell philosophische Beratung an und tritt damit in die Öffentlichkeit. Dadurch wird auch ihr selbst klar, wohin das Leben sie ruft. Sie bricht ihr Studium ab und zieht von Stuttgart nach Hamburg. Dort beginnt sie ein neues Leben und eröffnet eine Praxis für philosophische Beratung. Was im Seminar eine Stunde hochspannender Dialog war, haben wir hier in einigen Absätzen zusammengefasst. Wenn Sie dabei gewesen wären, dann hätten Sie erlebt, wie alle diese Geschichten sehr emotional und sehr tief sind. Gleichzeitig gibt es darin genügend Stellen, über die man herzhaft lachen kann. Alle die dabei waren, waren von der Geschichte fasziniert und beeindruckt. Alle hatten hinterher etwas zum weitererzählen. Und genau das ist die Essenz von gutem Selbst-Marketing: Sie erzählen eine Geschichte über sich, die so gut ist, dass andere diese weitererzählen! In größeren Firmen hat sich meistens jeder Verkäufer seine eigene Version der Marketinggeschichte überlegt. Dabei kann es zu ganz merkwürdigen Phänomenen kommen … |



