| Freude durch Kraft - Tony Robbins in Deutschland - Veränderung durch Schmerz |
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| Geschrieben von: Ralf Stumpf | |||||||
| Mittwoch, den 20. Mai 2009 um 09:22 Uhr | |||||||
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Am Samstag ist es ruhiger. Vorträge, viele (z.T. weitschweifige) Geschichten, kleine Übungen, immer wieder Power-Breaks. Tony versteht es, die Gruppe auf hohem Energieniveau zu halten: wenig Müdigkeit, kaum Erschöpfung trotz zwölfstündigem Seminar. Doch bei vielen NLPlern und Robbins-Buchfans macht sich Enttäuschung breit: Die Inhalte sind hinlänglich bekannt, und den Präsentationsstil kennt man jetzt schon. Und der Frust über die Organisation wächst. Also eine gute Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen und den Abend blauzumachen [Anm. 4] Ich hatte meine Karte über »Birkenbihl« bestellt. Es gab Zeiten, da war Birkenbihl-Media ein Vorbild an Service und Kundenfreundlichkeit in Deutschland. Birkenbihl-Media hieß dann Birkenbihl-Gruppe und heißt jetzt »add! brain". Und die kundenfreundlichen Zeiten sind wohl vorerst vorbei. Es war praktisch unmöglich, irgendjemanden ans Telefon zu bekommen, der für irgendwas zuständig war, der irgendwie Bescheid wusste. Presseinformationen? Simultanübersetzung? Wann die Eintrittskarte kommt? Alles Fehlanzeige. Dafür wurden in der Anmeldebestätigung ein »reichhaltiges Mittagessen« angekündigt, und »für Getränke und Snacks« sei gesorgt. Immerhin. Von wegen! Haben Sie schon einmal erlebt, wie 4.000 Leute versuchen, sich an zwei Brezelständen zu ernähren und von 0,2 l-Mineralwasserfläschchen ihren hochsommerlichen Durst stillen wollen? In Frankfurt konnten Sie es! Besonders pikant wer es dann am Montag, als Multimedia-Tony vom Bildschirm aus für viiiel Trinken und viiiel Obstessen plädierte ...! So kommt's, dass man oft zusammensitzt, zu zweit oder in Grüppchen, und über die miserable Organisation spricht. Es wäre wahrscheinlich mehr in Robbins' Sinne, wenn man zusammensäße, und über die tolle Power und großartigen Erlebnisse spräche ... Anthony Robbins hat wahrhaftig einen besseren Veranstaltungsrahmen verdient! Der Sonntag beginnt wie der Samstag mit netten Geschichten, kleinen Übungen und mangelhafter Versorgung. Manch einer bereut schon ernsthaft die Investition, als der Buschfunk plötzlich meldet, jetzt käme der Höhepunkt – unbedingt reingehen! Und tatsächlich: Der vorher schon deutlich geleerte Saal wirkt voll wie nie zuvor. Robbins kündigt einen Prozess an, »The Dickens Process", von ihm selbst entwickelt, um Glaubenssätze zu verändern. Er weist darauf hin, dass währenddessen die Saaltüren verschlossen seien und niemand den Raum verlassen dürfe. Er fügt hinzu, dass für Kinder und Zartbesaitete im Nebenraum eine harmlosere Show angeboten werde. Er kündigt an, wir würden an unsere Grenzen gehen, unsere Grenzen überschreiten, physisch und psychisch. Die Türen werden verschlossen und von Staffmitgliedern bewacht. Es wird ernst. Was dann in den folgenden Stunden passiert, kann man unterschiedlich beschreiben. Ein absolut fahrlässiger Massen-Swish? Ein amerikanisch-kitschiger Gottesdienst mit Reverend Tony Robbins? Ein powervolles Change History mit Multimediaunterstützung? Robbins lebt vor, was man durch Kraft, durch pure Power erreichen kann. Groß, durchtrainiert, tänzerisch steht er vor der Gruppe und erzählt seine ganz persönliche Geschichte. Dass auch er einer war, der wusste, was zu tun sei, aber nicht tat, was er wusste. Dass auch er unzählige Bücher gelesen und Seminare besucht hätte und kaum etwas davon umsetzte. Bis zu dem Tag, an dem ihm klar wurde, wie sein Leben weitergehen würde, wenn er nichts ändert. Und dieser Schmerz, dieser große Schmerz, der brachte ihn zum Handeln. Im folgenden Jahr verdiente er eine Million Dollar. Sein Glaubenssatz: Wenn ich nicht kann, dann muss ich! Robbins lebt vor, was man durch den Einsatz purer Kraft (und durch die Motivation puren Schmerzes) alles erreichen kann: Freude durch Kraft! Wenn man die Kraft hat, wenn man dranbleibt, durchhält, sich anstrengt. Natürlich bleibt bei so einer Persönlichkeit und dem daraus folgenden Seminarstil wenig Zeit für Pacing. Robbins macht Leading, Leading, Leading. Und nimmt dabei in Kauf, einen Teil seiner Zuhörer zu verlieren bzw. gar nicht erst zu gewinnen. Nicht alle sind bis zum Schluss geblieben. [ Nächste Seite: Die Fortsetzung kostet $ 20,000 ... ]
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