Professionelles NLP (NLP als Beruf – Teil 1)

Wenn Du Dir anschaust, wie NLP entstanden ist, dann wird das noch klarer. Die Begründer des NLP waren John Grinder und Richard Bandler: ein Linguist (Experte für Sprache) und ein Therapeut (Experte für Veränderung) und beides Menschen, die in der Welt des Geistes arbeiten. Die beiden kamen zusammen durch die Idee des Modellings. Sie nahmen sich also Vorbilder (= Modelle) und wollten das, was diese machten, so erklären, dass andere es nachmachen konnten. Die ersten Modelle des NLP waren exzellente Psychotherapeuten – also ebenfalls Menschen, die in der Welt des Geistes arbeiteten.

Das Besondere an der Zusammenarbeit von Grinder und Bandler war, dass die beiden eine vorher nicht dagewesene Klarheit, Struktur und sogar Schönheit erschaffen haben. Arbeit im geistigen Bereich war vorher oft ein ziemliches Herumgestochere im Nebulösen und hatte viel mit Glück und Zufall zu tun. Dadurch wirkte diese Arbeit aufregend geheimnisvoll – aber sie war leider auch ziemlich schwer zu lernen und zu lehren.

Bandler und Grinder schufen als erste eine klare und präzise Sprache der Veränderung. Dabei beschränkten sie sich keinesfalls nur auf die Sprache, denn der geistige Bereich besteht aus viel mehr! Gleichwertig zur Sprache waren für sie eine exzellente Wahrnehmung, also ein bewusster und klarer sensorischer Input (sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken) und ebenso die bewusste und klare Arbeit mit der inneren Wahrnehmung, den Sinneskanälen innen (Visualisierungen, innerer Dialog, …).

Wahrscheinlich war es den beiden gar nicht bewusst, dass sie damit einen gigantischen Bereich abdeckten, nämlich praktisch die gesamte geistige Welt:

Indem sie sich Therapeuten als Vorbilder nahmen, hatten sie einerseits die therapeutische (also problemorientierte) Arbeit mit drin, andererseits (weil sie von diesen Vorbildern ja lernen wollten) auch die ziel- und lösungsorientierte, also generative Arbeit. Und da sie damit etwas ganz Neues schufen, war ihre Arbeit sogar evolutionär!

Außerdem ging ihre Arbeit von der Sprache (Meta-Modell, Milton-Modell) über die Körper-Sprache (Wahrnehmung) bis zur Innenwelt (Submodalitäten).

Und was Bandler und Grinder nicht abdeckten, dass fügte deren Schüler Robert Dilts hinzu: das Modell der logischen Ebenen.

Dieses Modell ist für mich das wichtigste Modell, um NLP zu verstehen. Dilts unterteilt in diesem Modell den Menschen als Ganzes in verschiedene Ebenen: Die unteren Ebenen sind Kontext (= Umgebung), Verhalten, internale Strategien; die oberen Ebenen sind Glauben und Werte, Selbstbild, Zugehörigkeit (= die anderen) und Spiritualität.

Diese Worte lesen sich leicht hintereinander weg, doch jede Ebene bedeutet wirklich einen Quantensprung gegenüber der vorhergehenden! Die Ebenen beschreiben damit sowohl die Bewusstseinsentwicklung der Menschheit, als auch die jedes einzelnen Menschens.