Professionelles NLP (NLP als Beruf – Teil 1)

Ein Grundsatz dieser Ebenen ist, dass Veränderung auf einer Ebene normalerweise von der darüberliegenden Ebene erfolgt.

Am Anfang ist das leicht ersichtlich: Wenn Du Deinen Kontext ändern willst, also Deine Umgebung, dann verwendest Du dafür Dein Verhalten – zum Beispiel, indem Du mit Deiner Hand einen Stuhl umstellst oder das Licht anmachst.

Wenn Du irgendwann merkst, dass Du für irgendeinen Kontext kein passendes Verhalten hast, dann lernst Du ein neues Verhalten. Dies kann dann entweder unbewusst durch Imitation geschehen – oder bewusst. Wenn es bewusst geschieht, dann bist Du auf der Ebene der internalen Strategien.

Doch irgendwann kommst Du an einen Punkt, wo Du auch mit den besten internalen Strategien keine passenden Verhaltensweisen für Deinen Kontext mehr findest. Das fühlt sich beim ersten Mal entsetzlich an! Denn jetzt bist Du an der Grenze von den unteren zu den oberen logischen Ebenen und da ändert sich die Vorgehensweise dramatisch.

Wenn Du die Grenze überschreitest und danach bewusst mit Glaubenssätzen, Überzeugungen, Wertvorstellungen und Wahrnehmungsfiltern arbeitest, dann fühlt sich das ziemlich ›verrückt‹ an. Den meisten Menschen ist diese Ebene nicht wirklich bewusst. Das, was sie sich hier im Laufe des Lebens an Prägungen eingefangen haben, das halten sie für ›die Wahrheit‹.

Und noch viel abgefahrener ist es, wenn Du dann noch eine Ebene höher gehst und Dir wirklich bewusst wird, dass das, was Du ›ich‹ nennst, auch nur ein Konzept ist, ein Bild: Dein Selbst-Bild. Und glaube mir: es macht einen riesigen Unterschied, ob Du diese Ideen liest und theoretisch nachvollziehen kannst, oder ob Du es erlebst! NLP ist kein Theoriemodell, NLP ist handfeste Praxis.

NLP als Beruf heißt, dass Du auf allen diesen Ebenen bewusst, klar und strukturiert arbeiten kannst. Das beinhaltet natürlich auch die Ebenen Zugehörigkeit und Spiritualität – wobei die oberste Ebene (die Spiritualität) im NLP zwar als Ressource für Veränderungen genutzt wird, aber sie wird selbst nicht verändert. Ganz oben und ganz unten geht das Modell der logischen Ebenen (und damit die NLP-Arbeit) in die anderen beiden Bereiche über: Körper und Seele.

NLP professionell anzuwenden heißt, dass Du Dich auf allen diesen Ebenen bewegen kannst, dass Du alle Ebenen erkennst (bei Dir und bei anderen; Selbst-Erkenntnis und Menschen-Kenntnis), dass Du alle Ebenen als Ressourcen nutzen kannst um auf allen Ebenen Probleme zu lösen (= kurative, therapeutische Veränderung), auf allen Ebenen Informationen zu übertragen (Lernen, Lehren, Modelling) und auf allen Ebenen Neues zu erschaffen.

Das ist wahrlich viel! Das ist so viel, dass es wahrscheinlich niemanden gibt, der das wirklich alles kann. Aber es ist das Gesamtbild, das Ideal – und auch das eigentliche Ziel der NLP-Ausbildung.


Wenn Du jetzt von dieser Fülle überwältigt bist und Dir ganz und gar nicht vorstellen kannst, wie man das lernen kann und wie Du das lernen kannst, dann sei beruhigt und denke an den klassischen NLP-Spruch: »Wie isst man einen Elefanten? – Stück für Stück!«

Zum einen fängt hier niemand bei Null an, ein Grundbewusstsein für alle diese Ebenen hat ja jeder und das Verhalten und oft sogar die internalen Strategien sind einem ja halbwegs bewusst.

Wenn man dann anfängt, bewusst auf den Ebenen zu arbeiten, dann geht man von unten nach oben vor – und fängt bei sich selbst an. Der erste Schritt ist immer, sich der jeweiligen Ebene bewusst zu werden. Danach spielt man mit den Inhalten dieser Ebene (und hat dabei auch reichlich Spaß), wird beweglich, flexibel und fit. Schließlich beginnt man mit der bewussten Veränderung – sowohl innerhalb der Ebene (= Veränderung erster Ordnung), als auch von einer Ebene auf die darunterliegende Ebene (= Veränderung zweiter Ordnung).

Gleichzeitig beginnt man, die Ebenen bei anderen bewusst wahrzunehmen, zu erkennen, zu verstehen … irgendwann auch zu verändern … Probleme auf den Ebenen zu lösen, Inhalte zu übertragen (Modelling, Lernen, Lehren) und Neues zu erschaffen.

Und das Ganze immer von unten nach oben, Schritt für Schritt, sorgfältig und bewusst.

Der Prozess geht natürlich über Jahre und Jahrzehnte – aber das Gute ist, dass Du damit als Kind schon angefangen hast! Es geht also nur darum, damit jetzt weiterzumachen.

Wenn Du NLP professionell verwendest, dann ist Dein Geist Dein Werkzeug. Und nachdem jeder ehrbare Handwerker sein Werkzeug in Schuss hält heißt das, dass Du als NLPler kontinuierlich an Deinem Geist und Deinen geistigen Kräften arbeitest, diese schärfst, verfeinerst und ausbaust.

Als professioneller NLPler arbeitest Du mit Deinen geistigen Kräften (Verstand, Vernunft, Empfinden, Denken, …) an Deinem eigenen Geist und am Geist (Verstand, Vernunft, Empfinden, Denken, …) der anderen. Es ist klar, dass es dafür eine Fülle von Einsatzfeldern gibt, nicht nur den offiziellen Beruf des NLP-Trainers oder NLP-Coaches.

Professionelles NLP kannst Du immer einsetzen, wenn es um Veränderung geht (Therapie, Beratung, Coaching), wenn es um Lernen und Lehren geht (Modelling, Training, Pädagogik) und wenn es darum geht, andere zu verstehen und zu erreichen (professionelle Kommunikation, Verhandlung, Führung, Verkauf).


Die NLP-(Berufs-)Ausbildung beginnt normalerweise mit dem NLP-Practitioner-Training und dem NLP-Master-Training, den beiden grundlegenden Stufen. Nach dem Master kannst Du die Trainerausbildung besuchen, Dich zum NLP-Trainer qualifizieren und anschließend NLP-Lehrtrainer werden. Über diesen Weg geht mein nächster NLP-als-Beruf-Text.

Ein anderer Weg ist der des Coaches. Die Coach-Ausbildung kannst Du vor, während oder nach der Practitioner-Ausbildung besuchen. Mit den Ausbildungen zum NLP-Practitioner und Coach kannst Du Dich zum Coach, DVNLP qualifizieren; mit den Ausbildungen zum NLP-Master und Coach zum Master-Coach, DVNLP. Über diesen Weg geht dann mein übernächster Text zu ›NLP als Beruf‹.