Storycode-Themen

Mai 2008 bis April 2009:
Ein Jahr Storycode

Was wir gemacht haben (der Themenrückblick):

Im Mai 2008 haben wir mit der Storycode-Ausbildung begonnen. Mit dem April-Wochenende blicken wir nun auf ein Jahr Storycode-Training zurück.
Im Storycode kombinieren wir NLP und Storytelling zu einer einzigartigen Methode der Veränderungsarbeit. Aus dem Storytelling nutzen wir vor allem das Modell der »Heldenreise« (den Monomythos nach Joseph Campbell) und aus dem NLP das »Modell der logischen Ebenen« (begründet von Robert Dilts). Mit diesen Werkzeugen arbeiten wir sehr klar und bewußt an den Geschichten, mit denen wir unsere Realität erschaffen.
Die Teilnehmer der Storycode-Ausbildung haben in diesem Jahr viel erlebt und können viele Geschichten erzählen. Wir haben an vielfältigen Themen gearbeitet und uns mit Geschichten in allen Lebensbereichen befaßt: ganz persönliche Geschichten, Beziehungsgeschichten (z.B. Eltern/Kind, Mann/Frau), Geschichten über die Zukunft (z.B. in der Zielearbeit oder bei Prüfungsvorbereitungen) und Geschichten aus der Vergangenheit (z.B. um Probleme zu lösen und Ressourcen zu aktivieren), viele Business-Geschichten (z.B. für Karriereplanung, berufliche Veränderungen, Mitarbeitergespräche, Führungsaufgaben, …), Geschichten aus dem Verkauf und erstaunlich viele Geschichten über das Leben und die Welt im Großen und Ganzen. Die Storycode-Wochenenden sind noch tiefer und intensiver, als die Wochenenden der NLP-Ausbildung es waren. Die Teilnehmer erleben effektivere Veränderungen. Wir alle können jetzt aus Erfahrung sagen, daß sich der Schritt vom NLP zum Storycode wirklich gelohnt hat.


Dies waren die Themen des ersten Jahres – im Überblick.

Die Grundlagen des Storycode

[Was sind Geschichten?]

  • Was sind Geschichten im Sinne des Storycodes? Was in anderen Methoden Landkarte, Modell, Abbild, Konstrukt oder Maske heißt, nennen wir Geschichte. Nur mit dem Wort Geschichte wird klar, daß damit eine sinnvolle, bedeutungsvolle, dramatische und auch zeitliche Ordnung der Fakten (= sinnesspezifische Wahrnehmung) gemeint ist. Geschichten sind der Code zu den höheren logischen Ebenen des NLP.
  • Wo überall erzählen wir uns welche Geschichten? In welchen Gedanken steckt überall eine Geschichte drin? Wer erzählt wem eine Geschichte über wen/was?
  • Auf welchen Geschichten basiert unsere Realität und wie ändert sie sich, wenn wir die Geschichten verändern?

[Der Monomythos]

  • Einführung in den Monomythos nach Joseph Campbell. Der Monomythos ist die Grundstruktur der Heldenreise, wie sie seit Jahrtausenden in allen Kulturen erzählt wird.
  • Wo überall ist in unserem Alltag diese Struktur zu finden? Natürlich in Filmen (die meisten Hollywood-Erfolge weisen dieses Grundmuster auf), aber vor allem in unserem eigenen Leben.
  • Wie verändert sich unsere Lebensgeschichte und damit unsere Realität, wenn wir darin den Monomythos aufspüren und deutlich herausarbeiten? Sie wird bedeutsamer und sinnvoller erlebt. Auch erwünschte Veränderungen sind mit dieser Ressource leichter möglich.

[Grundlegende NLP-Werkzeuge]

  • Grundlegende Werkzeuge aus dem NLP, die uns helfen, Geschichten wirkungsvoll und mit dem nötigen Pathos zu erzählen:
  • Kalibrieren (den Gesprächspartner in seiner Gesamtheit wahrnehmen und feine Veränderungen erkennen),
  • Rapport (eine angenehme Gesprächstimmung erzeugen, basierend auf Gemeinsamkeiten),
  • Grundlagen gelungener Kommunikation (ein angenehmes Gespräch, das allen Beteiligten Spaß macht).

Fortgeschrittene Techniken im Storycode

[Die Stationen der Heldenreise im Monomythos]

  • Die Heldenreise im Monomythos ist grob unterteilt in folgenden Phasen: der Held in der vertrauten Welt, der Ruf des Abenteuers, Zögern, Unterstützung durch den Mentor, Überschreiten der Schwelle, Prüfungen, Kämpfe, Freunde und Feinde, Transformation, das Erlangen des Elixiers und Rückkehr.
  • Wo überall finden wir in unserem Leben diese Phasen und Stationen? Indem wir bei dieser Arbeit die Methodik des NLP voll miteinbeziehen, können wir erkennen, wie eine Geschichte auf den verschiedenen logischen Ebenen funktioniert. Wir lernen die Geschichten so zu erzählen, daß sie besser funktionieren und damit unsere Realität verbessern.
  • Wie funktionieren die Geschichten aus unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, mit deren Hilfe wir unser Leben erklären? Unsere Realität baut auf diesen Geschichten, die wir uns erzählen: über unsere Vergangenheit (Ursachen/woher kommen wir?), über unsere Gegenwart (Bedeutung/was erleben wir gerade?) und über unsere Zukunft (Möglichkeiten/wohin gehen wir hin?). Viele dieser Geschichten sind uns oft gar nicht bewußt und steuern damit unser Leben, ohne daß wir es überhaupt merken. Wenn wir lernen, sie uns bewußt zu machen und bewußt zu erzählen, können wir unser Leben verändern. Schließlich können wir unser gesamtes Leben als eine große Geschichte erzählen und noch wichtiger: wir können es als eine solche leben!
  • An welcher Station der Reise steht jemand? Wenn wir das verstehen, indem wir uns detailliert mit den Stationen der Heldenreise befassen, dann können wir ein Gefühl für die Stationen entwickeln und persönliche Transformations- und Veränderungsprozesse besser gestalten.

[Figuren im Monomythos I: Bösewicht und Prinzessin]

  • Im Monomythos spielen neben dem Held weitere besondere Figuren eine Rolle: der Antagonist (= Bösewicht) und die Prinzessin (besonders in der Love-Story). Gute Geschichten sind in der Regel so aufgebaut, daß diese Figuren am Anfang ungelebte Persönlichkeitsanteile des Helden sind, die der Held am Ende seiner Heldenreise in sein eigenes Leben integriert.
  • Solche Figuren gibt es auch in unserem eigenen Leben: wer ist der Antagonist (sind die Antagonisten), der uns das Leben schwermacht? Welche Botschaft hat er für uns? Welche Teile lebt er, die wir für uns als inakzeptabel erachten? Und natürlich: welche anderen Geschichten könnten wir uns darüber erzählen? Welche Möglichkeiten der Konfliktlösung würden sich dadurch für uns ergeben?
  • Wer ist die Prinzessin? Welche Beziehung hat der Held zu ihr? Was ist unsere Geschichte von unserer »Lovestory«? Was sind unsere Erwartungen an eine gelungen Partnerschaft? Und helfen uns diese, eine erfüllte Paarbeziehung zu führen? Für ein besseres Verständnis dieser wichtigen Beziehung im Monomythos zwischen dem Held und der Prinzessin, haben wir uns mit den Grundlagen der Arbeit von David Schnarch und seinem Modell für eine gelungene Partnerschaft beschäftigt.

[Figuren im Monomythos II: Archetypen]

  • Archetypen sind klassische Figuren einer Geschichte: Held, Herold, Mentor, Schwellenhüter, Trickster, Gestaltwandler, Schatten. Doch sie sind nicht nur wichtig, um Mythologie zu verstehen, sondern vor allem, um unseren Alltag zu begreifen: sie sind Schablonen, die wir unbewußt tagtäglich nutzen, um andere Menschen innerlich einzusortieren und zu verstehen.
  • Was passiert, wenn wir jemanden in einer überraschend anderen Kategorie erleben? Normalerweise sind wir verwirrt und haben erneut die Möglichkeit zur Veränderung. Es lohnt sich, für ein gelungenes Zusammensein mit anderen Menschen, zu erkennen, daß diese nicht so »sind« wie wir sie sehen, sondern daß, je nachdem, welche Schablone wir auf sie legen, dies eine vollkommen neue Beziehung ermöglicht.

[Wichtige NLP-Techniken im Monomythos]

  • Das NLP bietet hervorragende Techniken, um das eigene Leben in einem neuen, ressourcevolleren Licht zu betrachten. Diese Techniken (z.B. Change History und Collapse Anchors) gewinnen noch deutlich an Tiefe und Nachhaltigkeit, wenn man sie im Monomythos verwendet.
  • Erforschung der großen drei NLP-Formate für biografische Arbeit (Change History, Self Nurturing und Re-Imprinting) im Rahmen des Monomythos
  • Einordnung von Situationen und Ereignissen im Monomythos: Inwieweit ist ein Gespräch (z.B. Coaching, Beratung, Verkauf, Mitarbeitergespräch, …) eine Heldenreise oder Teil einer Heldenreise ist?

[Die Sleight of Mouth Pattern und der Monomythos]

  • Sleight of Mouth Pattern und Monomythos: die wirksamste Art, bei sich und bei anderen effektive Glaubensatzarbeit zu machen.
  • Alleine die Sleight of Mouth Pattern – das Rhetorik-Modell im NLP – enthält 21 brillante Argumentationsmöglichkeiten, die das eigene Weltbild oder das des Gesprächspartners so »auflockern«, daß die Integration von neuen und besseren Glaubensätzen möglich ist (bei sich oder bei anderen). Wenn man es noch mit dem Monomythos kombiniert, potenziert sich die Wirkung.

[Die fünf Leben des Helden]

  • Viele Menschen leben nicht nur ein Leben, sondern unterteilen das Ganze in Lebensbereiche (z.B. Gesundheit, Geld, Beziehungen, Lernen, Spiritualität, …). Im Idealfall unterstützen diese Bereiche sich wechselseitig, im Normalfall streiten sie sich um knappe Ressourcen. Storytelling hilft, diese Bereiche zusammenzubringen zu einer großen, unterstützenden Geschichte.

[Alles nur Geschichten?]

  • Wahrheit oder Lüge? Eigentlich wissen wir, daß alles »nur eine Geschichte« ist. Warum erscheinen uns dann die einen Geschichten glaubwürdiger als die anderen? Und warum ist es manchmal so schwer, die ressourcevollere Version zu glauben? Wie kann man’s machen, diese dann doch zu glauben?
  • Und vor allem: warum erzählt jemand eine Geschichte? Was ist deren Aussage, die sogenannte Prämisse? Häufig sind wir uns gar nicht bewußt, welche Prämisse unsere Geschichten transportieren und sind doch erstaunt, wenn wir es erfahren: (»Was, das hast du verstanden? Ich meinte etwas völlig anderes.«) Deswegen ist es wichtig zu wissen, wie wir die Geschichten so erzählen, daß sie genau das transportieren, was wir uns wünschen. Denn die Prämisse ist das, worum es geht: nicht nur bei einem Bewerbungsgespräch oder im Kontakt mit Kunden, Kollegen oder dem Chef, sondern ganz allgemein in unseren Beziehungen und vor allem in unseren Selbstgesprächen: die Aussage der Geschichte. Das, weswegen man die Geschichte letztendlich erzählt – sich und anderen! Das, was man mit der Geschichte beweisen will: den Kernglaubenssatz.

[Geschichten über andere]

  • Welche Geschichten erzählen wir uns über andere und was machen diese Geschichten mit uns? Dabei geht es vor allem um ferne andere: Menschen, die wir nie kennengelernt haben und die wir gerne in Gruppen einsortieren. (Wir nutzen das Re-Imprinting-Format und Aufstellungsarbeit).
  • Außerdem haben wir uns aus der Storytelling-Perspektive mit dem Meta-Modell (bzw. dessen Vorläufer von Korzybski) beschäftigt.

Die Geschichte geht weiter

Sie sind eingeladen, sich Ihrer eigenen großen Geschichte bewußt zu werden und Teil einer großen Geschichte zu sein.